Geistlicher Impuls

Monatsspruch für den Monat Juli

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 1.Könige 19,7

Liebe Gemeinde,
HHI_4286.JPG Es ist ganz still. Nur der Wind ist zu hören, das Rieseln des Sandes, der eigene Atem, sonst nichts. Wüste. Ein Mann liegt da unter einem Strauch. Er kann nicht mehr. Und er will auch nicht mehr. Er hat kein Wasser mehr und nichts zu essen. In der Wüste. Den letzten Ort hat er gestern hinter sich gelassen, Beerscheba. Seinen Diener hat er dort zurückgelassen, schweren Herzens. Aber einen Marsch durch die Wüste, mit ihm, dem Propheten auf der Flucht, das konnte er nicht von ihm verlangen. Beerscheba. Abraham hatte hier einen Baum gepflanzt, Isaak daneben einen Altar gebaut, und Jakob auf dem Altar geopfert. Viel zu bekannt, wenn einen die Frau des Königs suchte.
Elia schaut vor sich hin. Er hatte sich mit König Ahab angelegt. Der hatte in Samaria neben dem Tempel des HERRN auch noch einen Tempel für Gott Baal und dessen Frau Aschera gebaut. So wollte es Ahabs Frau Isebel, die aus Phönikien kam, wo man Baal und Aschera verehrte. Das Volk sah auf König Ahab und war verwirrt. Welcher Tempel war denn nun der Richtige, der mit den Götterfiguren oder der ohne?
Elia hatte Ahab eine Dürre vorausgesagt. Und so war es gekommen. Ein Jahr kein Regen, eine Katastrophe, die Ernte fiel aus, alle hungerten. Der König gab Elia die Schuld. Der forderte ihn heraus, auf dem Karmel: Zwei Altäre, zwei Opfer. Das eine für Baal, das andere - wassergetränkt - für Gott, den HERRN. Wer das Feuer mit Gebet in Gang bekommt, dessen Gott ist Gott. Die Propheten Baals gaben ihr Bestes aber nichts passierte. Elia betete - und Feuer kam und fraß Opfer und Altar. König Ahab war bloßgestellt, seine Frau tobte. Sie ließ Elia ausrichten: Flieh oder stirb!
Elia lief um sein Leben, immer weiter nach Süden. Und nun liegt er da und schläft erschöpft ein. Eine Stimme weckt ihn: “Steh auf und iß!” Vor ihm steht geröstetes Brot und ein Krug Wasser. Mitten in der Wüste. Er ißt und trinkt und schläft weiter. Wieder eine Stimme: “Steh auf und iß, du hast einen weiten Weg vor dir!” Wieder Brot und Wasser. Elia ißt und trinkt und steht auf und geht weiter. Vierzig Tage bis zum Horeb.
Ich frage mich, wer ihn da vielleicht versorgt hat? Wer für ihn zum Engel des HERRN wurde? Sein Diener, der ihm nachgegangen war? Ein barmherziger Nomade? Jemand aus Beerscheba, der ihn hatte weggehen sehen?
Nach allem, was wir wissen, ist die Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden. Und ihre Folgen werden uns noch lange beschäftigen. Aber was wir tun können, ist aufeinander acht zu geben. Zu schauen, ob da jemand einen leisen Zuspruch, eine Ermutigung und Erfrischung gebrauchen kann, um dann aufzustehen und seinen Weg weiter zu gehen.
Ich wünsche uns allen dazu offene Augen und ein weites Herz.

Gemeindepädagoge Robert Marschall