Geistlicher Impuls

Monatsspruch für den Monat Mai

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. 2.Samuel 7,22

Liebe Gemeinde,
Sup. Waltgott - Homepage.jpg diese Jesusworte aus dem Matthäusevangelium gehören zu den bekanntesten Bibelworten überhaupt. In manchen Kirchen stehen sie in großen Buchstaben über dem Altarraum geschrieben. Bei jeder Taufe werden sie gelesen. Für manche ist es der Tauf- oder Konfirmationsspruch. Solche bekannten Bibelworte bergen aber auch die Gefahr, dass wir sie ganz selbstverständlich hören oder lesen. Das Überraschende, das Erstaunliche an ihnen wird uns dann kaum noch bewusst.
Die Situation, in der Jesus am Ende des Matthäusevangeliums dies seinen Jüngern zusagt, ist ja eine ganz spannende. Die Jünger sind in Galiläa auf einem Berg - dort begegnet ihnen der auferstandene Jesus. Für manche war dies sicher eine große Freude, für manche aber auch mit Fragen verbunden. „Einige aber zweifelten“ heißt es unmittelbar zuvor. Selbst der sichtbare Jesus bewirkt nicht, dass alles Fragen und Zweifeln aufhört. In diese Unsicherheit hinein sagt er seinen Jüngern zu, immer bei ihnen zu sein - auch wenn sie ihn nicht mehr sehen werden. Er möchte, dass sie ihm auch dann vertrauen.
Für mich spannt sich ein Bogen von diesen Worten zum Mittelfenster des Altarraumes unserer Maria-und-Martha-Kirche. Es zeigt die Geschichte von der Sturmstillung. Das Schiff der Jünger gerät ins Wanken - und sie verlieren sehr schnell ihr Vertrauen auf Jesus, obwohl er mit im Boot ist. Und staunend erleben sie dann, dass Jesus auch diesen Sturm beruhigt.
Das Schiff ist ja ein altes Bild für Gemeinde, für Kirche. Und auch unsere Kirche erlebt wieder sehr bewegte Zeiten. Manche sorgen sich, ob dieses Schiff untergehen wird. Der Monatsspruch ermutigt zum Vertrauen. Auch in unruhigen Zeiten gilt die Zusage Jesu, bei uns zu sein. Das schließt ja nicht aus, dass an dem Schiff Kirche immer wieder einmal repariert und auch manches umgebaut werden muss. Aber in allen Veränderungen dürfen wir auf die Nähe Jesu vertrauen.
Liebe Gemeinden, für mich geht meine Dienstzeit in Bautzen und in unserem Kirchenbezirk in wenigen Wochen zuende. Seit 2010 habe ich hier eine sehr erfüllte und spannende Zeit erleben können. Dankbar bin ich besonders für die Begegnungen mit so vielen engagierten Menschen. Oft habe ich gestaunt, was alles möglich ist in unseren Gemeinden. Dies ist für mich ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Jesu. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch solche Zeichen der Gegenwart Jesu in ihren Gemeinden entdecken können - gerade auch dann, wenn nicht alles so verläuft, wie wir es möchten. Für die kommende Zeit wünsche ich Ihnen Gottes Segen und ein zuversichtliches Walt’s Gott.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr

Superintendent Werner Waltsgott