Geistlicher Impuls

Monatsspruch für den Monat März

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein. 1.Samuel 7,3

Liebe Gemeinde,
„Dieser Gottesdienst heute war für mich sehr angenehm. Es tat gut, einmal hier sein zu können ... und auch dass in der Predigt mal keine Zeitung vorgelesen wurde ...“
Mit strahlendem Gesicht nahm ich diesen ehrlichen und gutgemeinten Dank an. Denn es ist immer ein Geschenk, wenn Menschen sich durch einen Gottesdienst, durch das, was da mit Worten und Musik gestaltet wird, positiv angesprochen fühlen, emotional berührt werden und zufrieden sind. Dennoch, etwas verwundert ging mir dieses Lob noch nach. Einerseits fragte ich mich: Stimmt das, dass in evangelischen Predigten zu viel Aktuelles, zu viel Politisches (eben „Zeitung“) vorkommt? Und ist es andererseits nicht geradezu unvermeidlich, dass wir das alte biblische Wort in die heutige Zeit und ihre Problemlagen hineinsprechen sollen und müssen?
Unweigerlich musste ich auch an die Überzeugung einer meiner Lehrpfarrer denken, der stets dafür eintrat, dass man doch als Christ immer die Bibel und die Zeitung lesen müsse. Denn nur dadurch kommt Gottes Wort tatsächlich zur „Welt“. Gott will ja nicht verborgen bleiben, nicht nur in geschützten Räumen erkannt und gefeiert werden.
Ist nicht gerade das kürzlich gefeierte Christfest ein Ausdruck dafür, dass Gott so menschlich – im Kind – zur „Welt“ kommt? Gott will unter uns wohnen und wir sollen ihn da, wo wir leben, finden. Auch die Jahreslosung für 2019 bindet auf eine prägnante Weise „Gott“ und „Welt“ zusammen. Gerade die biblische Grundlage ist es dabei, die uns einen weiten Horizont gibt. Denn wenn im Psalm 34 von „Frieden“ die Rede ist, dann ist damit nicht nur die Abwesenheit von Streit und Krieg gemeint. Im Hebräischen steht das Wort „Schalom“ mit seiner reichen Bedeutungsfülle von „Heil“, „Gesundheit“, „Vertrauen“, „Sicherheit“, „Ruhe“, „Zufriedenheit“, „Gelingen“ usw. Es sind Werte, die entscheidend wichtig sind für ein Leben, wozu uns Gott geschaffen hat. Gott will, dass wir „Schalom“ finden und er hat uns dafür viele alltägliche Grundlagen gegeben.
Doch „Schalom-Frieden“ ist kein „Selbstläufer“. Die Tätigkeitsworte der Jahreslosung erinnern daran. Wir sind aufgefordert „Frieden“ zu suchen ... konzentriert, behutsam, in uns beginnend ... und dann engagiert ihm nachzujagen. „Nach-Jagen“ (!!) was für ein munteres Wort! Doch zutreffend, denn ohne unseren aktiven Einsatz für Frieden im Sinne Gottes, wird kein Frieden zwischen Menschen werden. In der Grafik auf der Titelseite sehen Sie ein paar praktische Handhabungen zum Frieden, damit aus geballten Fäusten (siehe links unten) oder aus fingerzeigenden Schuldzuweisungen letztlich Hände werden, die sich füreinander öffnen, die allmählich bereit werden zum Zeichen des versöhnten Miteinanders.
Klar, leicht fällt uns Menschen das nicht. Doch Gott hat in seinem Sohn Jesus Christus hinsichtlich des Friedens deutliche Worte und Zeichen gestiftet. Seine Liebesbotschaft und sein Kreuz. IHM und seiner Friedensbotschaft gilt es nachzufolgen, besonnen und aktiv, gerade in diesem Jahr 2019.

Pfarrer Andreas Höhne