Geistlicher Impuls

Monatsspruch für den Monat September

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Prediger 3,11

Liebe Gemeinde,
das Jahr geht in den Spätsommer über. Blaues Meer und grüne Wälder, Rosenduft und das Orange von Sanddornbeeren, durchs Wasser waten und Sommerwind im Haar spüren. Geschmack von Augustäpfeln und Pfirsichen auf der Zunge ... So vieles Schöne ist zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken. Vor allem in der Reisezeit. „Gott hat alles schön gemacht ...“ staunte der Prediger Salomo schon vor Jahrtausenden.
Manche Momente holen uns völlig aus dem Alltag heraus. Das kann schon im Spreetal passieren, da, wo sich in Richtung Grubschütz ein stilles grünes Landschaftsidyll auftut. Genauso auf einem Hochgebirgsweg mit dem Panorama von majestätischen Dreitausendern um uns herum, auf einem Pilgerweg auf gewundenen Pfaden oder im warmen Ostseesand am Meer, während die Wellen kommen und gehen, kommen und gehen. Im Urlaub finden wir oft zu einem anderen Rhythmus, der das Herz langsamer schlagen lässt und den Atem beruhigt. „Auch hat Gott die Ewigkeit in ihr Herz gelegt.“ Manchmal ahnen wir dann mehr von jener anderen Welt und Zeit, die unsere eigene Welt, unser Tun und Lassen weit übersteigt.
Doch auch im Urlaub bleiben wir wir selbst. Unsere vielfältigen inneren Bau-stellen reisen mit, unsere ungelösten Fragen auch. Vielleicht treten sie sogar stärker in den Vordergrund, wenn der Raum und die Zeit dafür da sind. „Wie soll es in meinem Leben weitergehen? Welcher Bereich braucht jetzt meine ganze Kraft? Warum lässt Gott das zu?“ Wir suchen nach klaren Antworten. Aber oft ist der Weg dahin lang. „Nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende“. Auch uns bleibt Gott manchmal verborgen ...
Und doch, der Monatsspruch vom August wagt eine starke Deutung: „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Diese Deutung führt über Jesus Christus. So haben ihn die Menschen von Gott reden hören. Und nicht nur reden hören, sondern selbst erlebt: liebevoll. Trotz allem, was für uns unklar und ungelöst bleibt: In der Liebe kommen wir Gott am nächsten. In der Liebe zu Gott und untereinander. In liebevoll miteinander geteilten Stunden wird die Zeit jetzt schon zur Ewigkeit. Am Gardasee genauso wie auf dem Balkon zu Hause.
Einen gesegneten Spätsommer wünscht Ihnen, auch im Namen der Kirchenvorstände,

Pfarrerin Maria Heinke-Probst