Geistlicher Impuls

Monatsspruch für den Monat Mai

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nicht-zweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebräer 11,1

Liebe Gemeinde,
April, April,
als Kind bin ich noch auf jeden Aprilscherz hereingefallen. Zum Glück ist Ostern kein Aprilscherz, auch wenn in diesem Jahr Ostersonntag auf den 1. April fällt.
Im Gegenteil, mit dem, was vor so vielen Jahren an einem Ostersonntag in Nahen Osten geschah, ist eine ganz reale Hoffnung für uns Menschen Wirklichkeit geworden: die Hoffnung, dass mit der Auferstehung von Jesus Christus der Tod auch für uns nicht mehr das letztgültige Ende ist. Wir dürfen darauf hoffen, dass auch wir eines Tages neues Leben von und bei Gott haben werden. Diese Hoffnung, diese Zuversicht drücken sich für mich im Monatsspruch für Mai aus: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
Und ich kann nicht anders, als im 8. Monat bei diesen Versen an das Ungeborene zu denken, dass gerade, wie ich diese Zeilen schreibe, kräftig strampelt. Wer weiß, vielleicht wird es bereits das Licht dieser Welt erblickt haben, wenn Sie diese Zeilen lesen? Guter Hoffnung sein, ist eine wunderbare Umschreibung, wenn eine Fami-lie auf ein Kind wartet. Mit einem neuen Kind verbinden sich Hoffnung und Zuver-sicht, jedoch manchmal auch Ängste, wie es wohl werden wird. Und bei aller mo-derner Technik, die es ermöglicht, schon vor der Geburt in den Mutterleib zu sehen – wie es sein wird das Neugeborene im Arm zu halten, was für ein Wesen es haben wird, wie sich der Alltag gestalten wird, welche Sternstunden und welche Bitterkeiten auf seinem Lebensweg liegen werden – das weiß keiner. Und dennoch wird niemand auf die Idee kommen, daran zu zweifeln, dass vieles davon bereits angelegt ist.
Glaube ist kein Wissen, dass man abspeichern und sichern kann. Glaube bleibt immer eine Herausforderung, eine Hoffnung in die Zukunft. Auf diesem Weg in die Zukunft gehen wir alle. Andere sind vor uns gegangen, andere werden nach uns gehen. Gemeinsam sind wir als Glaubende unterwegs auf unseren oft so verschie-denen Lebenswegen und doch verbunden durch die gleiche Zuversicht, die glei-che Hoffnung auf Gott hin.
Ich allen dankbar, deren Lebenswege sich mit dem meinen an diesem oder jenem Punkt gekreuzt haben. Ich bin Ihnen für alles Vertrauen und alles Nachsehen dankbar, die Sie mir als Pfarrerin entgegengebracht haben. In den nächsten eineinhalb Jahren warten nun erst einmal andere Aufgaben auf mich.
Ich wünsche Ihnen, dass Glaubenszuversicht und Glaubenshoffnung Sie beglei-ten mögen, egal wohin der jeweilige Lebensweg Sie führt.
Ihre

Pfarrerin Cornelia v. Ruthendorf-Przewoski